Neonatale Phase
1.- 3. Woche
Die beiden ersten Wochen nach der Geburt dienen hauptsächlich dem Wachstum und der Gewichtzunahme. Schlafen und Saugen - das ist der stete Wechsel, in dem die Kleinen leben.
Die jungen Hunde werden blind und taub geboren,
nur der Geruchs- und Tastsinn ist bereits vorhanden. Reflexartiges- und instinkverankertes Verhalten prägt nun den Alltag in der Wurfkiste.
Das äußerst sich durch Saugen und den Milchtritt, Suchpendeln und Kreiskriechen, Jammern und Kontaktliegen.
Verlässt die Mutterhündin in dieser Zeit die Wurfkiste (was sehr selten vorkommt und das sie oft nur auf Aufforderung zum Lösen macht) bilden die Wurfgeschwister ein Knäul.
Dieses dient der Wärmespeicherung, da die Welpen ihre Körpertemperatur nicht selbständig regulieren können. Verliert ein Welpe den Kontakt zu den Geschwistern oder zur Mutter, schreit er jämmerlich, bis er wieder Kontakt hat.
Viele Züchter benutzen zusätzlich eine Wärmelampe für das Wurflager. Dies hat sich als nicht zweckmäßig erwiesen, da die Lampe oft zu warm ist. Die Gefahr das die Welpen austrocknen ist gegeben.
Auch die Mutter hat kaum eine Möglichkeit, den Bereich der Lampe zu verlassen. Eine Wurfkistenwäremeplatte ist hier weit besser. Sie sollte niemals die ganze Wurfkiste auskleiden. Damit die Mutterhündin immer einen Bereich ohne Wäremeunterstützung zur Verfügung hat.
In der ersten Woche stehen Hündin und Welpen in ständiger Beobachtung, sie werden täglich mind. zweimal gewogen (Digitalwaage) um Anhand der Gewichtszunahme sofort zu erkennen, ob ein normaler Entwicklungsverlauf stattfindet. Eine mangelnde Gewichtszunahme ist immer ein Alarmzeichen.
Um ein klares Bild der Entwicklungsfortschritte des gesamten Wurfes zu erhalten, ist das Wiegen für den Züchter eine unerlässliche Pflicht. Man notiert sich direkt nach der Geburt das Körpergewicht der Neugeborenen und kontrolliert nun mindest täglich die Gewichtszunahme gewissenhaft.
Zum Ende der ersten Woche sollten die Welpen das Geburtsgewicht verdoppelt haben. Spätestens nach 10 Tagen. Das setzt voraus, das der Züchter die Welpen gut auseinander halten kann, bzw. sie kennzeichnet. Nach 3 Wochen sollte sich das Gewicht verdreifacht haben. ( Wir kennzeichnen die Welpen mit bunten Bändchen. Natürlich erkennen wir aber auch ohne, jeden Welpen. Die Bändchen dienen der Kontrolle und für die Welpenkäufer, zum Erkennen auf den versandten Fotos)
Um den 10.- 13. Tag herum öffnen sich die Augen und die äußeren Gehörgänge. Der Welpe kann aber erst so um das Ende der 3. Lebenwoche, Sicht- und Hörreize verarbeiten. Auch wird der Welpe von Tag zu Tag munterer, die Aktivzeiten ändern sich in dieser Zeit. Die Schlaffintervalle werden immer kürzer. Der Welpe erkennt zum ersten Mal bewußt, das er Geschwister hat und sucht nun bewußt deren Nähe.
In den ersten 14 Tagen dreht sich die Hauptarbeit des Züchters um die Kontrolle von Mütterhündin und Nachwuchs, sowie um die Reinigung des Wurflagers.
Doch auch der tägliche Kontakt zwischen dem Züchter und den Welpen ist von sehr hohem Stellenwert.
Zitat Feddersen-Pettersen: Das sogenannte `Handling´ durch den Menschen - der Umgang mit dem Welpen, die Hand- und Köperberührung und damit die verbundene Geruchsaufnahme, sowie das verbale Ansprechen der Welpen im alltäglichen Tagesgeschehen - hat eine postive Auswirkung auf die Sozialisation auf den Menschen und hat offenbar Langzeiteffekte.
Hier wird die Basis für eine enge Mensch-Hund-Bindung geschaffen.



