Zuchtmaßnahmen
Weltchampion, Best in Show oder CACIB Sieger
gegen eine solche Auszeichung wäre/ist nichts auszusetzten, wenn man ganz Wichtiges und Elementares in der Hundezucht nicht aus den Augen verliert - die biologische Gesundheit unserer Hunde.
Viele, um nicht zu sagen fast alle, Zuchtmaßnahmen gründen sich auf den Phänotyp (Aussehen, Optik, Titel).
In der heutigen Hundezucht darf nicht nur das Aussehen sondern muss die allgemeine Gesundheit des Hundes bewertet werden.
Jeder der sich einen Hund zulegt, will und hat vor allem das Recht einen gesunden Hund zu bekommen!
Beeindruckenden Papiere (Ahnentafel/Stammbaum) nützen nichts, wenn plötzlich horrende Tierarztrechnungen ins Haus flattern.
Da dieser (Phänotyp) aber nicht die Zusammensetzung und Beschaffenheit der Gene, den Genotyp, vollständig wieder spiegeln, sind Zuchtmaßnahmen zwangsläufig mit einer gewissen Fehlerquote behaftet. Diese Fehlerquote versucht man dadurch zu verringern, dass man bei der Zuchtbeurteilung den Phänotyp der Verwandten, der für die Zucht vorgesehenen Tiere, also der Ahnen, der Eltern und der Geschwister, berücksichtigt. Aber reicht dies noch ???
Erhaltung der Zuchtbasis/Zuchtmaßnahmen durch:
- strenge züchterische Selektion
- ehrliche züchterische Berichterstattung
- Ursachenforschung
- rassespezifische Zuchtstrategien
- Ausbildung und Weiterbildung von Züchtern und Zuchtwarten
- freiwillige/verordnete Begrenzung der Deckrüdeneinsätze
In jedem Zuchtverein, bei uns der Klub für Terrier (KfT) gibt es Ordungen, in denen durch die Mitglieder festgelegt wird, welche (Mindest)Vorrausetzungen gegeben sein müssen, wenn man züchten will.
Im Bezug auf den Irish Terrier sind z.Zt keinerlei gesundheitliche Bescheinigung bei der ZZL (Zuchtzulassung), dem jeweiligem Zuchtrichter vorzuliegen. Es erfolgt bei uns, nur die Sichtkontrolle der Pfotenballen auf Hyperkeratose.
Wir selbst und einige (sehr wenige) Irish Terrier Züchter, kontrollieren alle unsere Hunde auf
Die von mir aufgeführten Zuchtmaßnahmen gehen darüber hinaus. Weil es meiner Meinung anch notwendig ist, darüber nachzudenken, was man selbst dafür tun kann, damit der Irish das bleibt was er noch ist - eine gesunde Hunderasse -.
All die oben aufgeführten Punkte ausführlich zu beschreiben, ist hier nicht der Ort, aber in kurzen Worten, möchte ich doch Erläuterungen dazu geben. Ein Mehrfaches an weitergehenden Informationen, kann man bei E.Trummler, Prof. Sommerfeld-Stur, Uli Köppel, Helga Eichelberg usw. bekommen ( Internet, Literatur, Seminare u.v.m.)
- strenge züchterische Selektion, ist oberste Maxime bei der Erbfehlerbekämpung. Und setzt das rigorose Ausschließen von negativen heterozygoten (mischerbig) Elternteilen vorraus. Wenn man Hunde, die negative Erbträger sind, nicht von der Zucht ausschließt, würde man unweigerlich auf Dauer im Verborgenen negatives Erbgut in der Rasse anhäufen. Das kann dann jederzeit dazu führen, das in jedem x-beliebigen Wurf, bei jedem x-beliebigen Züchter, unkontrollierbar Krankheiten hervortreten. Das ist auch eine Erklärung mit, dafür, dass rassebedingte Krankheiten oft in Wellen auftreten.
- ehrliche züchterische Berichterstattung, ist die Gewährleistung dafür, dass züchterischer Erfolg, auf Dauer gegeben ist. Über dieses Thema kann man Bücher füllen. Aber es führt kein Weg daran vorbei, dass eine penible, offene und ehrliche, Meldung aller, aber auch wirklich aller Welpen und bei später auftretenen Erkrankungen, aller Hunde, mit angeborenen Defekten und Erkrankungen, gemeldet und für alle Züchter offen zugänglich registriert werden. Wenn es nicht freiwillig geht, muß hier dann der Zuchtverein dafür sorgen, dass dies gewährleistet ist. Aber ein Ver/Gebot ist nur so gut, wie die Kontrolle.
- Ursachenforschung, weiter müssen alle tot geborenen oder kurz nach der Geburt, so wie alle an unbekannten Symtomen verstorbenen Hunde, zur Autopsie, einen dafür ausgebildeten Tierarzt, übergeben werden. nur so kann man Ursachenforschung betrieben und die Eindämmung von Erberkrankungen aktiv unterstützen. Ehrliche, wahre Hundezüchter tun dies ohnehin. !!???
- rassespezifische Zuchtstrategien, gerade bei solch kleinen Populationen wie der Irish Terrier, muß nun auch darüber nachgedacht werden, ob mit rassespezifischen Strategien, verhidnert werden kann und muß, das Erbkrnakheiten auftreten. Wir ahben eine gesunde Rasse, tun wir alles dafür, dass es so beleibt. Dafür ist nach Frau Sommerfeld-Stur, zuerst eine rassespezifische Analyse erforderlich, also die Feststellung des Ist-Standes. Es sollte dabei erfasst werden, welche Probleme/Erbdefekte treten wie häufig in der Population auf. kann man feststellen wie dr Erbgang sit, gibt es geeignete Screenig- oder Nachweisverfahren für diese Defekte in der Rasse. Was kann man züchterisch beinflussen, wie groß ist die Population, das Inzuchtniveau usw. (Nachzulesen Breeder Spezial 1/2008, Seiten 34-42 oder auf www.sommerfeld-stur.at.)
- Ausbildung und Weiterbildung von Züchtern und Zuchtwarten, es reicht heute nicht mehr aus, Grundsätze der, noch recht leicht zu verstehenden, Mendelschen Vererbungsslehre, mal irgendwann gelernt/gelesen zu haben. Züchter und Zuchtwarte müssen sich auf dem Gebiet der polymorphen Populationsgenetik aus- und weiterbilden. Dies setzt ebenso vorraus, das man entsprechende Seminare und Fortbildungen besucht (VDH-Akademie und der KfT, u.v.m.) bieten diese an. Wichtig ist dabei, das man nicht auf weitergebenen Halbwissen aufbaut.
- freiwillige/verordnete Begrenzung der Deckrüdeneinsätze, Popular Sire Effekt. Darunter versteht man, den Einsatz vielverwendete Rüden,oft mehrfache Ausstellungs- und/oder Leistungschampions, oft importierte Rüden, und meistens im Besitz von Züchtern, die es verstehen ihre Hunde gut zu vermarkten. In einer relativ kleinen Population führt dies allerdings dazu, das nun sehr viele Halbgeschwister (Erhöhung des Inzuchtniveau und der Verlust an genetischer Vielfalt) die Rasse prägen. Weiterhin kann es zu einer unerkannten Verbreitung von rezessiven Defektgenen (evtl. Belastung einiger Polular Sires). Dies kann verhindert werden, indem man, seinen Rüden nur eingeschränkt zur Verfügung stellt. Dies hat den den erfreulichen Nebeneffekt, das neue Rüden genommen werden. Allerdings, und das sollte auch nicht verschwiegen werden, kann es durch eine Decklimitierung 8 feiwillig oder verordnet), in kleinen geschlossen Zuchtpopulationen, wie dem Irish, auch zu einem Verlust an genetischer Vielfalt führen.
Hinweis: Eine größere Anzahl zur Zucht verwendeter Rüden bedeutet aber auch automatisch die Notwendigkeit einer größeren Anzahl von Rüdenbesitzern, die bereit sind den Aufwand der mit der Zuchtzulassung und der Haltung eines Deckrüden verbunden ist, auf sich zu nehmen.



